Parsenn

Übersicht
Die Parsenn ist der nach Südosten gerichtete Hang zwischen Schiahorn und Dorfberg. Sie ist als Skigebiet weltberühmt. Die Hanghöhe beträgt 560m, die Hanglänge 1360m. Der Hang ist im Herbst trocken und erwärmt sich gut.

An der Parsenn gibt es zwei Startstellen: Am Höhenweg 1 fliegen wir kaum noch; alle folgenden Angaben beziehen sich auf Höhenweg 2.


der spezielle Reiz
Die Flüge im goldenen Herbst sind dort unglaublich. Es ist "feines Fliegen" mit F3J und Mini-F3J in grösste Distanzen und grösste Höhen an die Sichtgrenze in alle Richtungen. Das Spezielle ist, dass man in einem unendlich weiten blauen Ozean fliegt, völlig ohne Wolken. Wenn man je das Gefühl von "weitem Fliegen" haben möchte - hier bekommt man es. Mit Hangüberhöhung von hundert bis dreihundert Metern kann man riesige Suchkreise weit ins Tal hinaus fliegen. Das Modell verliert sich fast in der Weite, und mit ihm die Seele des Piloten. Die Parsenn im Herbst ist nichts für Bolzer, es ist für die stillen Geniesser, die auch mal in sanfter Aufwindzone fünf Minuten kreisen, jeder Kreis drei Meter Höhengewinn, und plötzlich sieht man das Modell kaum noch... Und: es ist ein wahnsinnig schöner Platz mit einem unglaublichen Ausblick. Der mit Abstand schönste unserer an solchen Plätzen nicht armen Gegend.


Wetterlage "goldener Oktober"
Bei ruhiger Gesamtwetterlage im September und Oktober ("goldener Oktober") ist das Talwindsystem schon schwach. Von 10°° bis 1°° ist aber dann der Hangwind sehr ausgeprägt und unglaublich grossräumig. Er macht Fliegen in eigentlich unfliegbarem Luftraum (herbstliche/winterliche Inversion) zum Traum.
Bis 11°° findet man auch sehr weit draussen teils starke Aufwinde; viele Vögel (Adler, Dohlen) sind unterwegs.
Ab 11°° zerstört der einsetzende Talwind in der Tiefe zunehmend die Aufwinde draussen, aber der Hangwind wird stärker.
Ab 12°° dreht der Wind zunehmend in Talwindrichtung (meistens nach links/Klosters), das Fliegen geht aber in der Höhe i.d.R. noch sehr gut.
Ab 13°° ist das Fliegen meist unangenehm, Elektro hilft da auch nicht.
Hinweis: Das Einsetzen des Talwindes kann deutlich schwanken. Generell aber mit fortschreitendem Herbst später am Tag.

Wetterlage Südostföhn
Bei stärkerem Föhn aus Südost kommt der Wind direkt aus dem Dischmatal und bläst voll auf die Parsenn. Dieser Föhn ist selten, meist kommt er nämlich aus Süd (das ist schon zu weit "rechts" von der Parsenn) bis Südwest (parallel zum Hang - unfliegbar). Die Windanzeige "Weissfluhjoch" bei meteoschweiz.ch ist nicht verwendbar! Dort wird oft Südost angezeigt und am Hang bläst ein reiner Südwest quer zum Hang. Generell ist Südostföhn eher im Spätherbst/Winter als im Sommer. Man kann ihn aber gut erkennen an Wolken, die über Piz Vadret / Piz Grialetsch am Anfang des Dischmatals aus dem Engadin herüberquellen. Dann lohnt es sich, selbst bei bedecktem Himmel am Höhenweg zu fliegen. Hauptsache, es bläst ordentlich.


Landestelle
Man landet auf einem traumhaften Vegetationspolster aus niedrigen Heidelbeersträuchern und anderen flachen Tundrenpflanzen, zwischen dem Weg und der Startkante.
Anflug von links oder von rechts unten, je nachdem wie man besser gegen den Wind anfliegt. Landung mit leichten Modellen absolut problemlos.
"Absaufen"
Es gibt eine vorgelagerte Terrasse 10m tiefer, auf der sehr gut gelandet werden kann, falls man mit reinen Seglern nicht gleich Anschluss an Aufwinde findet. Mit reinen Seglern besser nicht kämpfen, wenn man das Gelände nicht kennt. Es ist aber fast ausschliesslich Wiese und gut zugänglich, falls mal doch eine tiefere Aussenlandung nötig ist.
Starthilfe
Bitte keine Elektrostarts, auch nicht "aus Sicherheit"... Das ist hier absolut unnötig und angesichts des herrlichen Biotops auch völlig fehl am Platz. Wir ticken den Motor - falls vorhanden - nur kurz an um zu sehen, ob er läuft und um den damit gekoppelten Flugzeit-Timer zu starten.
Flitschen ist ebenso unnötig, ausserdem ist ein Erdanker kaum anzubringen. Bitte bedenken, dass diese Vegetation hunderte(!!) von Jahren braucht, um sich so zu bilden!


Flugmodelle
alles bis F3B geht gut - Scalesegler bis 4m nur für Könner.

bei "goldener Oktober": EPP-Segler 1,5 bis 2,5m, F3J/F5J. FB um 20 - 30g/dm²
wir fliegen dort: Mini-Ellipse, Ocelot (1,5m), Easy Glider (1,8m), Helios, Sprite (2,0m), Organic, Natschalnik (2,5m)

bei Südostföhn: Hangflitzer, ballastierbar. FB bis 60g/dm²
wir fliegen dort: Mini-Ellipse, Blade (1,5m), Blade (1,9m)


Koordinaten

Zugang
Fahrt mit der Parsennbahn bis "Höhenweg" (Mittelstation)
Fahrplan: Juli bis Mitte Oktober (schwankend) 9:15-16:15 jeweils auf xx:15 und xx:45
Aus der Mittelstation heraustretend nach rechts waagerecht gerade den Hang entlang auf gut erkennbarem Weg
- ca. 5 min bis Höhenweg 1 (ab Mittelstation bereits sichtbar - Metallstange mit Windfahne)
- ca. 15 min bis Höhenweg 2 (einfach an Höhenweg 1 vorbei gehen)


360°-Panorama
hier ein Quicktime-VR-Panorama von Mitte September 2011:
(anklicken)



(Achtung: 10 Mbyte! Wenn Sie es nach Anklicken nicht betrachten können, müssen Sie noch Apple-Quicktime installieren, siehe www.chip.de)


Fotogallerie

Der Startplatz Höhenweg 2 (mouseover!):

Der unglaubliche Ausblick - hier bahnt sich bereits das unglaubliche Davoser Winterblau des Himmels an:

Blick auf Dischmatal, Davoser See und Ortsteil Davos-Dorf. Im rechten Bildteil gegenüber das Jakobshorn mit Fluggebiet Brämabüel:

Das Dischmatal wird vom Schwarzhorn dominiert - für Familienangehörige ein einfaches und lohnendes Ziel:

Ein vormittäglicher Adler vor dem Piz Vadret am Anfang des Dischmatales:

Ganz nach rechts Richtung Piz Ela (Mitte) und Tinzenhorn (rechts) -
- vergleiche Bildgrösse und Flugentfernung mit dem Panorama weiter oben (dort kaum erkennbar ganz rechts)!

Nach links Richtung Wolfgangpass/Klosters - weit draussen über dem scharzblauen See eine Sprite (von Vladimir, SpW 2m) einsam im Ozean:

Hangarbeit nach oben hinter unserem Rücken: