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6.8.2009 - Parsenn Höhenweg

Hangwind ist ein einfach zu verstehender Wind: Ein Hang heizt sich ab Vormittag auf und erwärmt die darüber liegende Luft. In von grossräumigen Winden abgeschirmten Orten kann er der vorherrschende Wind sein und tritt fast mit der Regelmässigkeit eines Uhrwerks auf: in Schmitten wird das sonntägliche Frühstück auf der Terasse ab 10°° sehr ungemütlich, und abends geht man um 22°° ins Haus, weil plötzlich ein kalter Wind den Berg herunter kommt.

Der Hangwind kann mit Thermik koexistieren oder sie gar erst richtig anfachen. So kann im Sommer eine mehrere hundert Meter dicke Hangwindschicht über dem gesamten Hang liegen, darüber aber können einzelne Thermikschläuche das Geschehen bestimmem (ganz klassisch ist das in den Colli die San Fermo, die von einer eher dünnen (unter 100m) Hangwindschicht überströmt werden, während sich weiter draussen regelmässige Thermikschläuche aufbauen).

Trockene Hänge können sich derart stark aufheizen, dass der Hangwind selbst in stabilsten Wetterlagen (Ende Oktober 20° in 2000m Höhe) kräftig und weit nach oben strömen kann. Er ist DER nutzbare Wind im September und Oktober, in Davos z.B. am Parsenn-Höhenweg.

Der Grosse Feind des Hangwindes ist der Talwind. Normalerweise kann man im Herbst an der nach Südosten ausgerichteten und aufgeheizten Parsenn ziemlich genau ab 9:30 im Hangwind floaten, bis etwa 11:30 - dann dreht der Wind innerhalb von 30 Minuten auf links: der Talwind ist auch in dieser Höhe angekommen.
Natürlich zerstören auch andere Winde den Hangwind: Föhn oder auffrischender Wind vor Fronten

Für Hangwind optimal sind herbstliche Hochdrucklagen mit lange zurück liegenden Niederschlägen, damit die alpinen Wiesen ausgetrocknet sind. Hangwinde werden von Nebelmeeren und Talinversionen überhaupt nicht beeinflusst, solange die Hänge deutlich über im Nebelmeer liegen.

Auf eine Besonderheit des Hangwindes sei hingewiesen: er fliesst bevorzugt in Schluchten, Couloirs, Tälchen und sonstigen Einschnitten nach oben. Als Pilot neigt man dazu, sich auf eine vorspringende Rippe zu stellen - aber da ist er meist am dünnsten. Besser an der Kante einer solchen Bach-Schlucht stehen.


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30.10.2016 - Jeninser Alp




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